Antifaschisten

Wolfgang Abendroth (1906 bis 1985)

Abendroth_Bundesarchiv_67_501x0_0_0Widerstandskämpfer, unter anderem Mitglied des berüchtigten Strafbataillons 999, war ein sozialistischer deutscher Politologe und Rechtswissenschaftler, Begründer der Marburger Schule.

Wolfgang Abendroth wurde in Elberfeld (heute Wuppertal) geboren. Abendroth war als Sohn überzeugter Sozialdemokraten schon früh in der proletarischen Jugendbewegung tätig. Im November 1920 wurde er Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes (KJVD), später auch der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), außerdem schloss er sich der Roten Hilfe an. Zugleich war er im Deutschen Freidenkerverband aktiv und als Mitglied der Bundesleitung des Bundes freier sozialistischer Jugend verantwortlich für die marxistische Erziehung einiger darin zusammengeschlossener Gruppen, die aus der Jugendbewegung hervorgegangen waren. Nachdem er aus der KPD ausgeschlossen worden war, weil er den Kurs der KPD und die damit verbundene „Sozialfaschismustheorie“ kritisiert hatte, schloss er sich 1928 der Kommunistischen Partei-Opposition an. weiter…



 

HansBaer_A2Hans Bär (1925 bis 2014),

jahrzehntelang Leiter des mit der VVN-BdA verbundenen Röderberg-Verlages, einem Wegbereiter antifaschistischer Literatur und Publizistik in der Bundesrepublik, ist am 15. November 2014 im Alter von 89 Jahren in Bensheim gestorben.

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Emil Carlebach (1914 bis 2001)ec_0002_ecarleb2

Am 10. Juli 1914 wurde Emil Carlebach in Frankfurt am Main in einer bürgerlichen, jüdischen Familie geboren. Er besuchte die Samson-Raphael-Hirsch-Realschule und später die Klinger-Oberrealschule. Hier absolvierte er das Abitur und begann im Mai 1932 eine Lehre in einer Frankfurter Ledergroßhandlung. Am gleichen Tag trat er in den Zentralverband der Angestellten (ZdA) ein, noch 1931 war er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) geworden. weiter…



Heinz Düx (geboren am 24. April 1924),

Heinz Düx

ist ein deutscher Jurist, Publizist und Rechtswissenschaftler. Als Anwalt bzw. Richter im hessischen Justizdienst war Düx zeitlebens mit der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen des deutschen Faschismus beschäftigt. Von 1960 bis 1963 war Düx beim Landgericht Frankfurt/Main als Untersuchungsrichter in politischen Strafsachen mit den Auschwitz und Euthanasieverfahren befasst. Am 24. Dezember 1970 wurde Düx zum Vorsitzenden eines Zivilsenats am Oberlandesgericht Frankfurt/Main ernannt, der sich überwiegend mit Rückerstattungs- und Entschädigungsfragen beschäftigt. weiter…


 


Otto Ebel (1910 bis 1994)

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„(Ich kam) als Dreißigjähriger 1940 für „Vorbereitung zum Hochverrat“ für vier Jahre ins Zuchthaus Amberg/Oberpfalz und nach Verbüßung und drei Monate Zwischenhaft in Frankfurt/M erst im Dezember 1944 ins KZ Sachsenhausen.“ weiter…


 


Walter Fisch (1910 bis 1966)

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… gehört zu den Vätern der Hessischen Verfassung.
 
Der Sohn eines Schuhfabrikanten legte 1928 das Abitur ab. Mit 16 Jahren gründete er die Heidelberger Ortsgruppe der „Kameraden, deutschjüdischer Wanderbund“ mit dem Namen Florian Geyer. 1927 wurde er Mitglied der Rote Hilfe Deutschland. Bis 1931 studierte er Betriebswirtschaft in Frankfurt am Main. Ab 1928 war er Funktionär des KJVD, seit 1932 Mitglied des Landessekretariats der KPD in Hessen. 1933 wurde er verhaftet,… weiter…


 


 

Ettie Gingold (1913 bis 2001)

lernte ihren Mann Peter 1936 in der Emigration in Frankreich kennen, wo sie im Januar 1940 heirateten. Ettie Gingold engagierte sich in der Widerstandsbewegung gegen Faschismus und Krieg.   weiter…



Peter Gingold (1916 bis 2006)

war ein profilierter Frankfurter jüdischer Antifaschist, Kommunist, Verfolgter des Naziregimes und Widerstandskämpfer gegen den Faschismus. Zeit seines Lebens engagierte er sich unermüdlich im Kampf gegen alles Faschistische, aktiv u.a. als deutscher Antifaschist in der französischen Widerstandsbewegung Résistance.
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Irmgard Heydorn
 (geboren am 24. März 1916)

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… wurde als Irmgard Hose in Hamburg geboren. Sie wuchs in einem liberalen Elternhaus auf und hatte schon früh ihren Großvater mit seinen sozialistischen und pazifistischen Einstellungen zum Vorbild. Ihre Eltern ermöglichten ihr den Besuch einer Reformschule, wo sie bis zum Beginn des NS-Regimes eine Ausbildung genießen konnte, zu der Diskussionen und kritisches Denken zentral dazu gehörten. Sie wusste mit ihren damals 17 Jahren also auch, wie es anders sein kann, als die Nazis dieses freie Denken ab 1933 zu unterdrücken begannen: »Das freie Lernen, das Vertrauen der Schule in die individuellen Kräfte, verstellte nicht die gesellschaftliche Realität, in der die Freiheit das zerbrechlichste war« schrieb sie später. Als die NSDAP an die Macht kam, war für Irmgard Heydorn klar, dass sie gegen die Nazis war. Dass sie dann ab 1936 aktiv im Widerstand arbeitete, war die konsequente Umsetzung dieser Einstellung in die Praxis.
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Willi Höhn (1915 bis 1981)

Willi Hoehn_BN 6-1…wurde am 03. April 1915 in Frankfurt am Main geboren.
Er wurde Mitglied der Proletarischen Kinderorganisation, seit 1929 des KJVD, seit 1933 der KPD. Er hatte bei der „Derop“ (Deutsche Vertriebsgesellschaft für Russische Ölprodukte AG) gelernt, seine Mutter wurde am 5. März 1933 in den Reichstag gewählt.
Als er am 3. April 1933 verhaftet wurde, befand sich seine Mutter bereits in Haft. Vom 3. April 1933 bis zum Oktober 1933 war er in einem KZ inhaftiert. Am 6. Mai 1933 wurde er im Rahmen der Verordnung „Zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, konnte aber nach der Entlassung aus dem KZ in das Saargebiet und von dort im November 1933 nach Frankreich emigrieren, wo er Mitarbeiter des Weltkomitees gegen Faschismus und Krieg und Mitglied der FDJ wurde. weiter…

 
 



Käthe Jonas (1902 bis 1977)

Käthe Jonas In der Familie war sie Käthchen, ihre Kameradinnen im Zuchthaus und im Konzentrationslager Ravensbrück nannten sie Käthe. weiter…


 
 


Alphonse Kahn (1908 bis 1985)

„Wir haben Solidarität geübt und auch Solidarität empfangen.“

Kahn, Alphonse

Alfons Kahn (den Vornamen Alphonse legt er sich später im Exil in Frankreich zu) wird am 13. Mai 1908 in einer sozialdemokratischen, jüdischen Familie in Hamburg geboren. Während seiner Lehrzeit macht er auf der Abendschule Abitur Ab 1928 studiert er Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten in Freiburg /Br., Berlin, Paris und Hamburg. Anfang der 30er Jahre wird er Mitglied der „Freien Wissenschaftlichen Vereinigung“ und Rechtsberater der „Roten Hilfe“. 1932 tritt er der KPD bei.
1933. Bevor Alphonse Kahn sein Jurastudium beenden kann, werden sehr viele Kommunisten nach dem Reichstagsbrand (am 27. Februar 1933) verfolgt. Er kann der Verhaftung entgehen, indem er unter einem falschen Namen lebt. weiter…


 
 


Lorenz Knorr (geboren am 18. Juli 1921)

 
knorr_lorenzLorenz Knorr, Sozialist, Antifaschist, Friedenskämpfer, hat eine Kurzbiographie verfasst. Bevor wir auf Sekundärquellen zugreifen, veröffentlichen wir doch gerne das Original. weiter…


 
 



Alfred Marchand (1907 – 1999)

Alfred Marchand
Alfred Marchand ist am 29. April 1907 in einer jüdischen Familie in Erfurt geboren worden. Seine Eltern besaßen ein Schuhgeschäft. Der Sohn sollte dieses später übernehmen. Dafür erwarb er sich berufliche Fähigkeiten als Schuhmacher, Verkäufer und Dekorateur. Die Situation ausgangs der Weimarer Republik gestattete ihm aber nicht, ein geordnetes Berufsleben zu führen. Frühzeitig schloß er sich der Arbeiterbewegung an, zunächst der SPD und dann der KPD. In ihren Reihen nahm er an den Auseinandersetzungen mit den zur Macht strebenden Nazis teil. 1933 gehörte Marchand in Erfurt zu den jungen Antifaschisten, die brutal mißhandelt und danach in das KZ Lichtenburg verschleppt wurden. Diese Zeit ist im Buch eindrucksvoll dargestellt.

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Oskar Müller (1896 bis 1970)

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Am 25. Juni 1896 wurde er in Wołów/Wohlau (Polen) geboren.
1918 wurde er in einen Soldatenrat gewählt. 1922 trat er in die KPD ein, für die er von 1924 bis 1933 im Preußischen Landtag saß. Ab 1924 war er in der KPD Hessen verantwortlich für die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften.
 
Müller wurde 1933 verhaftet, zunächst ins Zuchthaus gebracht und schließlich ins Konzentrationslager deportiert. Bis 1939 war Müller im KZ Sachsenhausen. Im KZ Dachau betrieb er als Lagerältester antifaschistische Arbeit.
 
Nach der Befreiung durch die 7. US-Armee war Oskar Müller Mitgründer des Comité International de Dachau. Am 12. Oktober 1945 setzte die amerikanische Besatzungsmacht ihn als Hessischen Staatsminister für Arbeit unter Ministerpräsident Karl Geiler (SPD) ein. Diese Position wurde am 1. November 1946 in Hessischer Staatsminister für Arbeit und Wohlfahrt umbenannt, ehe er am 7. Januar 1947 aus seinem Amt entlassen wurde.
 
Oskar Müller gehört zu den Vätern der Hessischen Verfassung.
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Willi Rom (1911 bis 1999)

Willi Rom 1980 Nov.…wurde am 1. Dezember 1911 in Frankfurt am Main geboren und war ein deutscher Widerstandskämpfer, Interbrigadist und Kundschafter der GRU (das war ein leitendes Organ des sowjetischen Militärnachrichtendienstes während des Zweiten Weltkrieges und diente insbesondere der Spionageabwehr).
 
Willi Romov war der Sohn eines Metallarbeiters. Schon in der Jugend hatte er Kontakt zur revolutionären Bewegung. 1928 wurde er Mitglied des KJVD und 1930 der KPD. Von 1930 bis 1933 war er Mitglied der KJVD-Bezirksleitung Hessen-Frankfurt. In der Zeit des Kampfes gegen die sich abzeichnende faschistische Diktatur der Präsidialkabinette ab 1931 wurde er aus politischen Gründen mehrfach verhaftet. 1932 ließ er seinen Familiennamen standesamtlich ändern.weiter…


 


 

Willy Schmidt (1911 bis 2003)

Willhelm(Willi) Schmidt Willy Schmidt absolvierte nach dem Ende seiner Schullaufbahn eine Lehre zum Setzer und Drucker. Er engagierte sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und den Jungsozialisten. Ab 1925 gehörte Schmidt der Buchdruckergewerkschaft in Duisburg an, wo er Jugendleiter wurde und später Delegierter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). Aus Enttäuschung über die politische Zielsetzung der SPD zur Zeit der Weimarer Republik und den schwindenden Einfluss deren Jugendorganisationen schloss er sich Anfang der 1930er Jahre dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) sowie der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) an. weiter…


 


 

Hans Schwert (1907 bis 2013)

Hans-Schwert(Arbeiterfotografie)… wurde in Nürnberg geboren. Er wuchs bei seinen Großeltern und einer Tante im fränkischen Pfaffendorf in ärmlichen Verhältnissen auf. Als er mit 14 Jahren die Volksschule verließ, fehlte der Familie das Geld für eine weiterführende Schule. Hans Schwert wurde Maurer und Mitglied der Gewerkschaft. 1927 ging er nach Frankfurt, wo er Arbeit fand; er besuchte die Marxistische Arbeiterschule, organisierte sich in der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) und wurde Mitglied der KPD. Nach der Machtübertragung an die Nazi-Partei im Januar und der Stürmung der Gewerkschaftshäuser am 2. Mai 1933 organisierte Hans Schwert mit seinen Kollegen und Genossen die politische Arbeit illegal. Ein Schwerpunkt hierbei bestand in der antifaschistischen Aufklärung von Arbeitern in den Adler- und Teves-Werken sowie der Eisenbahnwerkstatt Frankfurt. Eine der Aufgaben, denen er sich widmete war das Sammeln von Geld zur Unterstützung der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg – wie Hans Schwert unterstützten Arbeiter in vielen europäischen Ländern den antifaschistischen Kampf in Spanien. weiter…


 


 

Trude Simonsohn
(geboren am 25. März 1921)

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… als Trude Gutmann in Olomouc (Olmütz) in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Sie wuchs in einem jüdischen Elternhaus auf, in dem die jüdischen Feiertage gefeiert wurden, das ansonsten jedoch sehr liberal geprägt war. Denn für ihren Vater, der überzeugter Zionist war, stellte das Judentum mehr eine nationale Identität als eine Religion dar. In diesem familiären Kontext wurde sie zweisprachig erzogen und ging später auch auf ein deutschsprachiges Gymnasium.

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Lore Wolf (1900 bis 1996)

Lore Wolf

Als Lore Winkler am 11. März 1900 im unterfränkischen Sommershausen geboren, zog sie mit ihrer Familie 1906 nach Höchst bei Frankfurt. Der Vater war Weber, doch der Webstuhl konnte die Familie nicht mehr ernähren – der Vater fand Arbeit im Höchster Werk der IG Farben. Mit 15 Jahren organisierte Lore Wolf sich in der Gewerkschaft als sie während des 1. Weltkrieges in einer Munitionsfabrik arbeitete, später auch in der Naturfreundejugend; mit 19 Jahren wurde sie Mitglied der SAJ, der Sozialistischen Arbeiterjugend. Sie fand eine Anstellung als Stenotypistin in der Stadtverwaltung Frankfurt. weiter…


 


 

Diese Rubrik mit Biographien von Zeitzeugen wird laufend ergänzt.