Eugen Kogon

Eugen Kogon (1903 – 1987)

 
Aus einem katholischen Elternhaus stammend, arbeitete der am 2. Februar 1903 geborene Münchner als Journalist und Berater der Zentralkommission der christlichen Gewerkschaften in Wien. Bei dem Versuch, Kontakte zu illegalen deutschen Gewerkschaftern aufzunehmen, wurde er schon 1936/37 zweimal von der Gestapo verhaftet, bevor er nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 endgültig festgenommen und in das KZ Buchenwald deportiert wurde. Sieben Jahre blieb er im Lager bis zur Selbstbefreiung am 11. April 1945.
 
Im Auftrag amerikanischer Stellen verfasste er bereits im Frühjahr 1945 auf der Basis von 150 Erlebnisberichten von Mithäftlingen den „Buchenwald-Report“, der als erstes Dokument die Realität des Lagers und das Wirken der politischen Häftlinge für das Überleben der Häftlinge und die Selbstbefreiung dokumentierte.
 
1946 veröffentlichte Eugen Kogon bereits das Werk „Der SS-Staat“. Und gab zusammen mit Walter Dirks die „Frankfurter Hefte – Zeitschrift für Kultur und Politik“ heraus.
Eugen Kogon war Mitbegründer der hessischen CDU.
 
1950 trat er wegen politischer Differenzen aus der VVN aus und schloss sich dem „Verband für Freiheit und Menschenwürde“ an.
 
1951 erhielt er den ersten Lehrstuhl für Politikwissenschaften in der Bundesrepublik, an der TH Darmstadt, den er bis zu seiner Emeritierung 1968 als ordentlicher Professor innehatte.
Er blieb seinen humanistischen, vom christlichen Sozialismus geprägten Anliegen treu und blieb der VVN-BdA seit den 70er Jahren eng verbunden, sei es als Unterstützer von gemeinsamen Appellen oder Aufrufen, die seine Unterschrift trugen. Wegen seines Engagements für die europäische Vereinigung zählt Alfred Grosser ihn zusammen mit den Widerstandskämpfern Henry Frenay und Altiero Spinelli zu den drei eigentlichen „Schöpfern Europas“. Eugen Kogon ist Träger der Ehrenmedaille des deutschen Widerstands.
 
Er starb am 24. Dezember 1987 in Königstein im Taunus.
 

Quelle: Zukunftsentwurf Antifaschismus, Ulrich Schneider, Bonn, 1997