AKTUELLES:

19. November 2014

 

Zum Gedenken an Hans Bär

Hans BärHans Bär, jahrzehntelang Leiter des mit der VVN-BdA verbundenen Röderberg-Verlages, einem Wegbereiter antifaschistischer Literatur und Publizistik in der Bundesrepublik, ist am 15. November 2014 im Alter von 89 Jahren in Bensheim gestorben.


Er gehörte zu den Menschen, die durch ihre undogmatische Gradlinigkeit beeindrucken. Mehr als drei Jahrzehnte lang hat Hans Bär, geprägt von den Erfahrungen der Nazizeit und des Krieges, den Röderberg-Verlag in Frankfurt am Main geleitet, und ihm durch die Herausgabe antifaschistischer Literatur zu hohem Ansehen verholfen.


Zu den wichtigsten Publikationen des Verlags gehörte die antifaschistische Wochenzeitung „die tat“. Sie brachte 1959 die Nazi-Vergangenheit des damaligen Vertriebenenministers Theodor Oberländer zur Sprache und bewirkte damit seinen Rücktritt. 1963 prangerte sie die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Heinrich Bütefisch, wegen Auschwitzverbrechen verurteilten ehemaligen IG-Farben-Managers an, der die Auszeichnung daraufhin zurückgeben musste.


Einen seiner größten Bucherfolge erzielte der Verlag mit der Herausgabe des Dokumentarbandes „Macht ohne Moral“, anhand dessen sich die Staatsanwälte im Auschwitz-Prozess ein Bild über das Ausmaß der von den Nazis begangenen Verbrechen verschafften.


Ebenfalls im Röderberg-Verlag erschien 1975 der Bild- und Dokumentenband „Der deutsche antifaschistische Widerstand 1933-1945“, welcher zu den ersten seiner Art in der Bundesrepublik gehörte.


Mit der von Hans Bär ins Leben gerufenen „Bibliothek des Widerstandes“ bekamen Widerstandskämpfer und Hinterbliebene von Opfern des Naziterrors erstmals Gelegenheit, über örtliche und regionale Widerstandsaktionen zu berichten und ihre Erfahrungen an die nachfolgenden Generationen weiter zu geben.


Kurt Nelhiebel
 
 
 

antifaDie hessischen Beiträge:

In der aktuellen Ausgabe der “antifa“, der Zeitung der VVN-BdA, finden Sie auf der “Hessen-Seite” folgende Beiträge:

  • Neue Reihe: antifa-Erzählcafé
  • Ausstellung: Porträts von Antifaschisten
  • Lesung:Der Rabbi von Bacharach
  • Darmstadt: Erinnerung an Georg Fröba
  • Der Emil-Carlebach-Club oder: Wie gedenkt man am besten?

Hier können Sie die Beiträge lesen:

Die Hessenseite in der neuen “antifa”: antifa_Hessen_11/12_2014 

 


 

Wir gedenken:

11. November 2014

70 Jahre KZ-Außenlager Walldorf

1.700 jüdische Mädchen und Frauen wurden 1944 aus Ungarn verschleppt. Am Frankfurter Flughafen mussten sie Ausbau- und Reparaturarbeiten an den Rollbahnen verrichten.

Vor 70 Jah­ren wurde die KZ-Außenstelle Wall­dorf auf­ge­löst und die dort inhaf­tier­ten Mäd­chen und Frauen wei­ter ins KZ Ravens­brück deportiert. Wenige überlebten…

70Jahre_KZ_AL_23112014

 

Mehr finden Sie auf der Homepage KZ-Außenlager Walldorf

Zur Homepage der Margit-Horvath-Stiftung


 

Frankfurter VVN gegen die Beseitigung des Mahnmals auf dem Hülya-Platz im Stadtteil Bockenheim

4. November 2013

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Peter Feldmann wendet sich die VVN gegen die von der Stadtverwaltung beabsichtigte Beseitigung des Mahnmals  auf dem Hülya-Platz im Frankfurter Stadtteil Bockenheim.

 

Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:

Frankfurt am Main, am 1. November 2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

 

als Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten wenden wir uns mit Nachdruck gegen eine Beseitigung des Mahnmals auf dem Hülya-Platz in Frankfurt-Bockenheim.

 

Die Gründe, die laut Medienberichten von der Stadtverwaltung als Begründung für die Beseitigung des Mahnmals angeführt werden, können wir in keiner Weise nachvollziehen.

 

Eine Verletzung des Urheberrechts könnte wohl nur der scheinbar Verletzte geltend machen; der aber soll die Nachahmung seines Geschöpfes längst akzeptiert haben.

 

Ganz und gar unzutreffend ist die Behauptung, das öffentliche Zeigen des zur Figur gehörenden verbogenen Hakenkreuzes, das hier deutlich erkennbar zertrümmert werden soll, sei eine strafbare Verwendung eines verfassungswidrigen Symbols.

 

Der Bundesgerichtshof hat bereits 2007 festgestellt, dass auch in der Öffentlichkeit ein Hakenkreuz straflos verwendet werden kann, wenn es offenkundig und eindeutig die Gegnerschaft zum Nationalsozialismus zum Ausdruck bringt. Genau das kann bei dem „Hammermann“  auf dem Hülya-Platz nicht bestritten werden.

 

Wir fordern deshalb die Stadtverwaltung auf, die Beseitigung dieses Mahnmals zu unterlassen. Vielmehr ist den Bürgerinnen und Bürgern zu danken,  die sich für ein solches mahnendes Gedenken einsetzen.

 

Orte und Mahnmale, die sowohl an die Opfer nazistischer und rassistischer Gewalt erinnern als auch dazu beitragen, Auffassungen und Ideologien entgegenzuwirken, die solche Gewalt befördern, haben wir keinesfalls zu viele, eher zu wenige.

 

Mit freundlichen Grüßen

gez.:  Peter C. Walther

im Auftrag des Sprecher/innen-Rates der VVN-BdA Frankfurt am Main