Karl Schild

Karl Schild

 
…wurde am 22. September 1910 in Mannheim geboren.
Mit 15 Jahren wurde er als Mechanikerlehrling Gewerkschaftsmitglied im Deutschen Metallarbeiterverband. Von 1925 bis 1926 war er Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), der Jugendorganisation der SPD.
1927 trat er den Naturfreunden und 1928 außedem dem Freidenkerverband bei. Der syndikalistischen Organisation Freie Arbeiterunion Deutschland (FAUD), die sich gegen die Politik der SPD und KPD abgrenzte, schloss er sich 1928 an.
 
Mit dieser Organisation ging Karl Schild 1933 in den Widerstand gegen das NS-Regime. Die Arbeit seiner Gruppe bestand im Verbreiten von Flugblättern und dem Aufbau illegaler Organisationen in Worms, Alzey, Darmstadt, Frankfurt und Offenbach. Im April 1933 wurde er zum ersten Mal für vier Wochen verhaftet. Seine zweite Verhaftung erfolgte im Januar 1935 in Darmstadt. Das Urteil des 2. Senats des Volksgerichtshofes gegen ihn lautete im August 1936 auf viereinhalb Jahre Zuchthaus mit Ehrverlust und anschließender Polizeiaufsicht. Vom Zuchthaus Ludwigsburg wurde er direkt in das Strafgefangenenlager II Aschendorfer Moor eingeliefert. Im Februar 1943 pressten die Nazis ihn in das „Bewährungsbataillon 999“ der deutschen Wehrmacht. Auch hier arbeitete er weiter im Widerstand und hatte Kontakt zur griechischen Befreiungsbewegung.
 
Bis zum Dezember 1946 war Karl Schild in britischer Kriegsgefangenschaft in Ägypten.
1947 kam er nach Offenbach und wurde hier Sekretär der VVN und später deren Landessekretär. Sozial- und Entschädigungsfragen für die Opfer des Faschismus waren ihm wichtige Anliegen. Er war Stadtverordneter der KPD in Offenbach und von 1955 bis zu seinem Tod Offenbacher Kreisvorsitzender der VVN-BdA. Lange Jahre arbeitete Karl Schild als Journalist bei der Zeitung „die tat“. Viele junge Menschen lernten ihn als Zeitzeugen in Schulen, bei der Gewerkschaft oder bei VVN-Veranstaltungen kennen. Er konnte über seine Zeit während des Widerstands lebhaft berichten.
 
Karl Schild gehörte, wie seine Lebensgefährtin Änne Salzmann, zu den Gründungsmitgliedern der VVN.
 
Im Alter von achtzig Jahren verstarb er am 30. März 1991 in Offenbach.
 
Quelle: Zukunftsentwurf Antifaschismus, Ulrich Schneider, Bonn, 1997