Otto Roth

Otto Roth (1905 – 1969)

 
… geboren am 20. März 1905, wuchs in der Familie eines Straßenbahnarbeiters und einer Dienstmagd auf. Seine Schulaus¬bil¬dung während des Ersten Welt¬krie¬ges musste er abbrechen und in einer Munitionsfabrik arbeiten. Nach Kriegsende trat er eine Lehre zum Elektriker an. Damit begann auch sein politischer Lebensweg. Als 14-Jäh¬riger trat er in Frankfurt der SAJ und der Gewerkschaft bei. Als 19-Jäh¬riger wurde er Jungsozialist und dann für kurze Zeit Mitglied des In¬ter¬nationalen Sozialistischen Kampf¬bundes (ISK). 1930 schloss er sich der KPD an und übernahm die Lei¬tung des neugegründeten Kampf¬bun¬des gegen den Faschis¬mus. Daneben bekleidete er Partei¬funk¬tionen.
 
Nach der Machtübertragung an die Nazis kämpfte Otto Roth illegal weiter. 1933 wurde er zweimal verhaftet, einmal für vierzehn Tage, einmal für knapp fünf Monate. Nach der dritten Verhaftung, am Tage des Beginns des Zweiten Welt-kriegs, wurde er ins KZ Buchenwald gesperrt. Zuerst musste er Schwerstarbeit im Steinbruch leisten, dann kam er ins Elektrikerkommando. Hier begann seine enge Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Heiner Studer. Ab 1942 begannen sie mit dem Aufbau der Illegalen Militär-Organisation (IMO) der Häftlinge, die am 11. April 1945 das Lager befreite. Otto Roth war für die technische Truppe der IMO verantwortlich.
 
Nach Frankfurt zurückgekehrt, ar¬beitete er elf Jahre in der Betreuungsstelle für die NS-Verfolgten und half beim Wiederaufbau der KPD. Otto Roth gehörte zu den Gründungs¬mitgliedern der VVN. Ab 1958 war er bis zu seinem Tode Sekretär des Präsidiums der VVN.
 
Otto Roth starb am 9. Mai 1969 in Frankfurt am Main.
 
Quelle: Zukunftsentwurf Antifaschismus, Ulrich Schneider, Bonn, 1997