Georg Merle

Georg Merle (1909 – 1985)

 
In Düsseldorf am 13. September 1909 geboren, gehörte Georg Merle schon in jungen Jahren der Kasseler Arbeiterjugendbewegung an. 1929 trat er dem KJVD bei, wurde in dessen Bezirksleitung gewählt und war seit 1932 Mitglied der KPD.
 
So gehörte er zu den Organisatoren des antifaschistischen Kampfes vor und nach 1933. Trotz Haftbefehl arbeitete er illegal in Kassel weiter, bis er 1934 beim Versuch, ins Saarland zu gehen, verhaftet wurde. Es folgten drei Jahre Zuchthaushaft in Kassel und anschließend Überführung in das KZ Lichtenburg und das KZ Buchenwald. In Buchenwald gehörte er zum illegalen Parteiaktiv der KPD. Er war Teil des militärischen Kaders der Internationalen Militär-organisation der Häftlinge und damit an der Selbstbefreiung im April 1945 unmittelbar beteiligt.
 
Nach Kassel zurückgekehrt, setzte er trotz der langen Haftzeit seine ganze Kraft als Vertreter der KPD im Überparteilichen Ausschuss und in vielen anderen Arbeitsbereichen ein. Als Mitbegründer der VVN in Kassel übernahm er ab 1951 die Aufgabe eines hauptamtlichen Landessekretärs der hessischen VVN. Gleich-zeitig war er anerkannter Rechtsbeistand der VVN in Wiedergutmachungs-verfahren.
 
Bis Anfang der 80er Jahre blieb er Mitglied im Kasseler Kreisvorstand. Bei Demonstrationen gegen SS-Treffen, Naziaufmärschen in der Region und anderen politischen Aktivitäten sah man Georg Merle meist an der Spitze der Bewegung.
 
Sein Arbeitsschwerpunkt verlagerte sich immer stärker auf die Geschichts-arbeit. Ungezählte Schüler- und Jugendgruppen befragten ihn über seine Erfahrungen aus dem Widerstand und in Buchenwald.
 
Georg Merle verstarb am 8. Dezember 1985.
 
Quelle: Zukunftsentwurf Antifaschismus, Ulrich Schneider, Bonn, 1997