Cilly Schäfer

Cilly Schäfer (1898 – 1981)

 
Cäcilie „Cilly“ Barbara Schäfer wurde am 25. Januar 1898 als Tochter des Schuhmachers Friedrich August Gustav Tannenberg und seiner Frau Elisa, geborene Klein, in Friedberg geboren.
Nach dem Ende der Schulzeit absolvierte sie eine Lehre als Schneiderin. Sie engagierte sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in der Freien Sozialistischen Jugend und bei den Naturfreunden. Sie bekam Kontakt zur USPD und KPD. Dort interessierte sie sich für Frauenpolitik. Sie lernte ihren Mann Jacob Schäfer kennen, der KPD-Abgeordneter im Hessischen Landtag war.
1932 war Cilly Schäfer selber als einzige Frau in der siebenköpfigen KPD-Fraktion im Hessischen Landtag vertreten. Im März 1933 wurde sie verhaftet und im Schnellverfahren zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
 
Während Cilly Schäfer in Mainz inhaftiert wurde, wurde Jacob nach Osthofen verschleppt. Nach ihrer Freilassung ging Cilly Schäfer nach Marburg und organisierte hier den Widerstand. Noch im Jahr 1940 fand im Haus der Schäfers in Marburg eine als Geburtstagsfeier getarnte kommunistische Funktionärsversammlung statt.
 
1944 wurde sie erneut verhaftet und in das KZ Ravensbrück und später nach Sachsenhausen deportiert. Sie überlebte die Todesmärsche und kehrte nach der Befreiung Deutschlands vom Faschismus nach Marburg zurück. Sie gründete dort gemeinsam mit anderen Frauen den „Überparteilichen Frauenausschuss“, der einen wichtigen Beitrag zum demokratischen Neubeginn in der Stadt leistete. Sie selber organisierte sich im Demokratischen Frauenbund Deutschland (DFD) und in der KPD, für die sie 1951 in den Marburger Stadtrat einzog.
 
Im Januar 1947 lud sie zur ersten Sitzung der Marburger VVN ein und wurde zur Vorsitzenden gewählt. Bis 1973 gehörte sie dem Vorstand an, auch später noch nahm sie als Marburger Delegierte an Landes- und Bundeskongressen teil. Für ihre Verdienste wurde sie mit der Ehrenmedaille des deutschen Widerstandes ausgezeichnet.
 
Nach der Neukonstituierung der DKP im Jahr 1968 wurde sie ihr Mitglied. Bis zu ihrem Lebensende am 18. Januar 1981 blieb sie politisch aktiv.
 
In Marburg ist eine Straße nach Cilly Schäfer benannt.
 
Quelle: Zukunftsentwurf Antifaschismus, Ulrich Schneider, Bonn, 1997